Contando los días – Tage zählen

Sonntag, 24.03.2013

So! Nach einer ewig langen Blogpause melde ich mich vorerst zum letzten Mal vor meinem Abflug ins Good old Germany am Dienstag!

Die letzten Wochen und Tage waren wirklich verrückt! Da ich alleinige Englischlehrerin für 9 Schulklassen bin muss ich natürlich alles in deutscher Ordnung für meine Maya-Nachfolgerin hinterlassen. Nebenher gab es am Freitag Zwischenzeugnisse, also musste ich Noten fertigmachen, letzte Arbeiten schreiben lassen und nebenher noch mit ein paar deutschstämmigen brasilianischen Franziskanerschwestern Geburtstage feiern. Einmal wurde Schwester Bernadett 58 und Schwester Miriam 70. Geburtstag feiern geht in Guatemala ratz fatz – man kommt, isst den Kuchen, redet ein bisschen und geht wieder. Wir waren nie länger als 90 Minuten zu Besuch – das ist ganz normal so in Guatemala. So hat man ne schöne Zeit in der viel geredet wird und dann geht man auch schon wieder. Kein erzwungener Smalltalk, kein blödes Gelaberfalaber: die neuesten Geschichten erzählen, nächste Termine klären und TSCHÜSS. Ja und beim Abschied natürlich meinen Schwestern ins Ohr flüstern, dass ich eine tolle „Chica“ bin :-)

Nun bleiben mir noch zwei Tage: AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAH! Ich habe zwei Überraschungsessen, 200 Dankeskarten von sämtlichen Schülern und viele kleine andere Geschenke bekommen. Darunter 4 traditionell gewebte Stoffe aus Cabricán – da bin ich sehr stolz drauf! Mit dem ganzen Trubel hatte ich wirklich überhaupt nicht gerechnet! Gestern haben die Erstklässler sogar auf mich mit ihren traditionellen Kleidern auf mich gewartet, um einen Tanz vorzuführen… aber Valeria war in Xela unterwegs. Upps! So viele liebe Dankesworte und –karten, ich war zeitweise sehr überfordert darauf zu antworten. Alle sind so dankbar und nett zu mir, dabei war ich doch gerade einmal ein halbes Jahr da! Ich bin wirklich sehr sehr glücklich und freue mich sogar langsam auf Deutschland. Da hier die Regenzeit vorgestern angefangen hat (was normalerweise erst im Mai passiert, aber der Klimawandel hats halt eilig) wird somit die Umstellung zu dem sch***-Wetter daheim vielleicht gar nicht so schlimm. Am Donnerstag war ich nochmal richtig groß auf dem riiiesen Markt in Xela einkaufen – Wassermelone, Papaya, Kochbanane, Ananas, Mango, Kokosnuss, Limetten: ich glaube, bis zu meinem Abflug werde ich noch einen Vitaminschock bekommen… aber das muss sein! So hammermegatolle Früchte zu den spottbilligen Preisen.

Na ja, ich könnte wohl einen 10-seitigen Bericht schreiben über die ganzen tollen Ereignisse, die sich so in den letzten vier Wochen ergeben haben. Schulumzüge, Ankunft von Sarah: einer neuen Freiwilligen aus Deutschland, 3-minütige Ausreise nach Mexiko und korrupte Einreise nach Guatemala, riesiges 3-wöchiges Patronatsfest zu Ehren des Schutzpatrons unserer Kirche, eine Nachtprozession mit gruseligem Schlussfeuerwerk und und UND mein erstes Radiointerview (während der Prozession) und das natürlich auf Spanisch.

Jedenfalls möchte ich meinen treuen Bloglesern danken! Ob ihr Kommentare geschrieben habt oder nicht, ich konnte auf Statistiken die Aufrufe und Aktivitäten dieser Seite verfolgen und war immer ganz schön stolz, dass es anscheinend doch mehr als 3 Leute interessierte wie ich da so durch dieses Entwicklungsland stolperte. Auch wenn ich euch die letzten Wochen vielleicht ein bisschen enttäuscht habe. Doch dafür entschuldige ich mich nicht, denn es war mir viel wichtiger, die letzte Zeit hier vollends zu genießen ;-) und „Blog schreiben“ kann ganz schön anstrengend sein. Ich gebe mich da ja nicht so mit Solàlà-Sachen zufrieden. Also: ich hoffe, dass meine Heimreise jetzt gut verläuft und ich nicht komplett verwildert in Deutschland ankommen werde. Drück euch alle und VIELEN DANK!

Eure Valerie

 

PS: es sind ganze drei Pakete während meiner Zeit hier in Cabricán angekommen, ich habe mich jedes Mal riesig darüber gefreut. Und die Schwestern waren immer ganz schön neidisch ;-)

PPS: ich habe noch keinen Vortrag vorbereitet, aber ihr könnt euch auf viele interessante und lustige Geschichten freuen, die ich hier aus Sicherheitsgründen nicht erzählen konnte :-D

PPPS: ja das wars jetzt aber auch!

CARNAVAL!!!

Mittwoch, 13.02.2013

Wie der Titel schon sagt, wurde heute Carnaval gefeiert. Die Hauptattraktion: Eier trocknen, Loch einschlagen, Konfetti rein, das Loch mit Klebeband zukleben, das Ei hübsch anmalen und dann seinen Freunden auf den Kopf schlagen. Hier gibt’s aber ganz fieses Konfetti, das sind eher so ganz inzigwinzig kleine Papierkrümelchen. Die kriegt man echt nicht mehr aus den Haaren raus. Würde ich so heimkommen, müsste ich mich auf der Terrasse vor meiner schimpfenden Mutter ausziehen. Hier habe ich jetzt ein tolles Konfettichaos in meinem Zimmer – aber sieht ja niemand ;-) Den ganzen Nachmittag verbrachte ich jedenfalls in der Mittelschule, wo gleichzeitig Valentinstag und Carnaval gefeiert wurde. Jeder musste ein Geschenk mitbringen und so kam ich heute zu einer superkitschigen Herz-Rosen-Deko. Die Geschenkübergabe war typisch: alle Schüler und Lehrer standen auf dem Schulhof, aus riesigen Lautsprechern dröhnte eine Stunde lang die Titanik-Titelmusik und natürlich durfte ein Mikrofon nicht fehlen. Immer wieder die gleiche Leier „Liebe Mitschüler und Mitschülerinnen, liebe Lehrer und Lehrerinnen, lieber Direktor, liebe Valeria, mein Name ist so und so und ich bitte um die Anwesenheit von so und so. Ich habe deinen Namen gezogen und möchte dir hiermit als Zeichen von Freundschaft und Verbundenheit dieses kleine Geschenk überreichen. Ich hoffe, es gefällt dir“. Was ich meine: immer sehr ausführlich, niemand wird vergessen und mit einer großen Höflichkeit und sorgfältig ausgewählten Worten. Anfangs finde ich das immer sehr schön, aber nach dem 50. Schüler werde ich unruhig, obwohl alle anderen noch seelenruhig sind. Wir haben ja schließlich alle Zeit der Welt.

Jedenfalls war es ein wunderschöner Nachmittag. Nach der Geschenkübergabe bekam ich Eier auf den Kopf geschlagen (Ha, und ich dachte immer ich wäre eine Autoritätsperson!) und anschließend musste ich spontan in der Lehrer-Basketballmannschaft mitspielen. Ich fühlte mich von Anfang an überlegen, bin ja immerhin die Größte. Doch unsere Gegner – 7 Schülerinnen mit einer unglaublichen Latina-Mentalität wiesen mich sofort zurecht. Die sind einfach unglaublich dominant und knallhart, 14 Jahre alt und werfen ihre Englischlehrerin auf den Boden. Ich drohte allen mit schlechten Noten und wies auf meine Macht als Lehrerin hin. Nicht nur einmal lag ich mit einer Schülerin auf dem Boden und konnte mich vor Lachen nicht mehr halten. Es war einfach zu witzig, weil ich diese Härte nicht erwartet hatte. Natürlich wars für alle die so zuschauten superwitzig zu sehen, wie Seño Valeria knallhart versagte und mit ihren Drohungen nichts bewirken konnte. Nach den Spielen kamen ein paar traditionelle Tänze und dann kam Direktor Abel zu mir her „Valeria, die Lehrerinnen bereiten das Abendessen vor, geh doch und helfe ihnen“ – Danke, dass er mich so nett daran erinnerte, dass ich eine Frau bin und während dem Kochen nichts außerhalb der Küche zu suchen habe. Das Kochen war superwitzig, ich lernte ein bisschen Indianersprache mit den Lehrerinnen und bekam folgende Aufgabe: ungekochte Nudeln auf der Steinherdplatte anrösten. Ich konnte es nicht fassen: ROHE NUDELN RÖSTEN, DIREKT AUF DER HERDPLATTE und danach in die Suppe werfen. Und immer schön aufpassen, dass sie nicht anbrennen. Wie verwirrt wird meine Mutter mich anschauen, wenn ich zuhause die Nudelpackung auf die Herdplatte leere und mit einem Löffel die Nudeln durch die Gegend schiebe? Na ja so ist es eben überall anders. Anschließend gings in den großen Saal zum Tanzen. Hier war natürlich eine für diesen Raum viel zu große Musikanlage aufgebaut und Bachata, Merengue, Pit Bull und Shakira gaben alles – natürlich auf Spanisch. Alle fingen an zu tanzen. Ich fühlte mich wie in einem amerikanischen Teenie-Highschool-Film. 14-jährige Bubis forderten mit einer unübersichtlichen Scham gleichaltrige Chicas zum Tanz auf. Manche Lieder waren ruhiger, also schmiegten sie sich sehr komisch aneinander. Man konnte deutlich sehen, dass keiner sich so richtig wohl fühlte in seiner Haut. Aber sobald Party-Musik kam, ließen sie sich los und tanzten wild durch die Gegend. Mittendrin ich, die gleich mal ihre Tanzmoves auspackte und für viel Lachen sorgte. Ewig lang schwang ich mit sämtlichen Schülern und Schülerinnen das Tanzbein und kam dabei ordentlich ins Schwitzen. Am Ende gab es Abendessen mit den Lehrern: Hühnersuppe mit Tamalitos. Wie ich schon einmal erzählt hatte: ein riesiges Stück Fleisch in Hühnerbrühe, das man mit den Händen rausholen muss. Es ist so heiß, dass man sich die Finger verbrennt und schnell abbeißt und anschließend tausend klitzekleine Knochen im Mund hat, die man vor lauter Hitzeschock runterschluckt und daran dann fast erstickt. Dazu gabs Maispampeteile – ungefähr 100 Stück für insgesamt 10 Personen, ich aß eines und auch nur aus Höflichkeit. Nun sitze ich mit den Schwestern im Wohnzimmer und warte darauf, dass unsere Telenovela anfängt. Morgen ist Aschermittwoch, da kriegt man ein Kreuz auf die Stirn gemalt, was man den ganzen Tag nicht abwischen darf. Kirche ist eben überall anders! So kenn ich es nämlich mal gar nicht aus Deutschland.

Also, ab in die Kirche mit euch Gläubigen!

Eure Valerie, die nach ein paar Tagen Grippe wieder topfit ist - der Dank geht an die unschlagbaren Maya-Naturheilkräuter von Schwester Luzia. Wahre Wundermittel!

Grundschüler in der Pause Röcke sind definitiv angesagter als Hosen! zuckersüß! 6. Klasse Grundschule 6. Klasse Grundschule nach der Pause heißts Zähneputzen! und schön ins Beet ausspucken Geschenkübergabe in der Mittelschule Los Mädels, ich will eine Pose sehen! Gilmar (links) hält in seiner Hand ein Ei für den Kopf seiner Lehrerin bereit Alle wollen ein Foto mit VALERIA Hier sagt man nicht 'Cheese' sondern 'Whisky'

Alltag in Guatemala

Mittwoch, 30.01.2013

Aloha!

Halb zehn in Guatemala: ich sitze in der Direktion in Vertretung von Schwester Lília (darf mich also Subdirectora nennen!), kümmere mich um die Wehwehchen der Kleinen und der Großen und genieße die Morgensonne. Nebenbei bereite ich meine ersten Englisch-Klassenarbeiten für 6 Schulklassen vor. Ich habe ehrlich gesagt Angst vor den Ergebnissen – hier lernt nämlich niemand daheim. Hausaufgaben werden auch nicht gemacht: das dulden viele Eltern nicht. Die Kinder sollen arbeiten wenn sie heimkommen. Wie so oft wird mir erzählt, dass „lernen“ hier einfach nicht „costumbre“ (Tradition, Gebrauch) ist. Genau wie es nicht zu ihrer Kultur gehört, regelmäßig Obst oder Gemüse zu essen (obwohl das hier tausend Mal besser schmeckt als in Deutschland), sich die Zähne zu putzen oder das Gesicht zu waschen oder erdbebensichere Häuser zu bauen. Hier lebt man halt ein paar Jahrzehnte vor unserer Zeit. Und doch werde ich traurig, wenn mein Papa mir mal wieder vorrechnet, dass es „nur noch 59 Tage“ bis zu meiner Rückkehr nach Deutschland sind. Man lebt hier eindeutig dankbarer und entspannter – auch wenn man Stress hat. Hier geht nichts über „paciencia“: Geduld. In allen Lebenslagen und –situationen.

Gestern hatte ich z. B. die witzigste Englisch-Malstunde meines Lebens. In der Vorschulklasse mit 15 5-jährigen Mayakindern, darunter ein taubstummer Junge. Sie sind alle so herzig, rennen auf mich zu, wenn ich (gebückt) ins Klassenzimmer reinkomme, tanzen um mich rum und schreien tausendmal ganz aufgeregt meinen Namen. Sie hatten die ganze Woche über „Good morning“ geübt und brüllten es mir stolz entgegen. Ich fragte, was sie denn malen wollten. Eine Kuh. Okay. Der taubstumme Schüler war neu und natürlich hatte mir mal wieder niemand davon erzählt – sowas geht bei 200 Schülern schnell unter. Er fing nicht an zu malen und ich setzte mich zu ihm und erklärte ihm also nochmal was er machen sollte. Da fassten mich gleich unzählige Hände überall an und viele kleine Mäuler schrien „Valeeeria der hört und spricht doch nix. Du musst es ihm zeigen!“. Dann gibt es Vorschulkinder, die nur Mam sprechen – eine Mayasprache. Sie verstehen kein Spanisch. Ich erkläre ihnen also auf Spanisch was sie machen sollen und sie fangen fast an zu heulen, weil sie mich nicht verstehen. Zack und alle rennen wieder zu mir her „Valeeeeeria der versteht doch kein Spanisch, du musst Mam mit ihm reden.“ Na super, Valeria kann aber kein Mam. Doch die Kleinen übersetzen dann für die, die eben nur Mam sprechen. Was ich hier gelernt habe: Irgendwie gibt es immer eine Lösung für alles. Jedenfalls habe ich viele witzige Kühe gesehen, mit Eutern auf dem Kopf (stellte sich nachher als Hörner raus) und mit 2 Beinen. Orange, grüne, blaue Kühe. Manche malten einfach ein anderes Tier und nebenher erklärten sie mir sämtliche Tierwörter auf Mam. Wir sind eben alle Lehrer und Schüler zugleich. Ein Mädchen teilte ihre Mandarine mit mir, sie schälte sie sogar für mich. Allerdings so unbeholfen, dass ich ein komplett zerquetschtes Mandarinenstück bekam, das dreckig war. Mit einem erzwungenen Lächeln und der Hoffnung, dass meine Magensäure alles Schlimme abtöten würde, würgte ich das Stückchen herunter und bedankte mich. Die Kinder haben so komische Blasen an den Händen und manche haben komische Flecken im Gesicht. Unsere Naturheilkundlerin Schwester Luzia meint, das kommt davon, weil sie nie ihr Gesicht waschen. Sie sehen jedenfalls trotzdem alle zuckersüß aus.

So, jetzt ist halb 12: ich musste zwischendurch ein paar andere Sachen erledigen. Gerade kam ein Paar, das seine Tochter in unsere Schule versetzen möchte. Cinthia geht in die 2. Klasse und war bisher auf einer staatlichen Schule – wo man nichts zahlen muss. Hier bei uns zahlt man umgerechnet 1 Euro pro Monat Schulgebühren und ungefähr 10 Euro Nebenkosten pro Kind pro Jahr. Das können sich die Leute hier eigentlich schon leisten, jedoch geben sie ihr Geld gerne für sinnlosere Dinge aus. Tja und auf den staatlichen Schulen geht’s folgendermaßen ab: die Lehrer kommen gerne sehr viel später, gehen selbstverständlich sehr viel früher und leben ihre Alkoholprobleme auch während dem Unterricht aus – wenn sie denn mal im Klassenzimmer sind. Die meiste Unterrichtszeit halten sie sich irgendwo anders auf, zum Beispiel in der Direktion. Die Kinder – ganz allein und verlassen in den Klassenräumen – nerven und mobben sich gegenseitig und rennen durchs ganze Dorf. Und somit kann unsere neue Schülerin Cinthia mit fast 8 Jahren gerade mal auf 20 zählen und „ein bisschen lesen“.

Sogar der Direktor einer staatlichen Mittelschule hat bei einer großen Elternversammlung am Anfang des Schuljahrs knallhart in seiner Rede gesagt, dass sie ihre Kinder besser auf die Pfarreischule schicken sollen, weil sie in seiner Schule eh nix lernen. Verrückt oder? Na ja und manche Schuldirektoren staatlicher Schulen (die sich ihren Arbeitsplatz lediglich erkauft haben) sind jetzt stinksauer auf unsere Direktorin, Schwester Lília, weil sie „ihre Schulkinder klaut“.

Ansonsten läuft hier alles ganz „tranquilo“ – ruhig ab. Ab und zu wird was geklaut, manchmal kommt ein geistlich behinderter Mann aufs Schulgelände geirrt und ich muss alle Türen verschließen, dass er niemandem etwas tun kann. In der Pause verkaufen wir an die Kinder kleine gesunde (!!!) Snacks und es ist ganz schön schwer, eine Ordnung in das Gewusel vor meinem Verkaufsstand zu bringen. Am Ende der Pause spiel ich böse Valerie, laufe durchs ganze Schulgelände und schimpfe alle Kinder, weil sie wieder Müll auf den Boden geschmissen haben – die Lehrer schauen mir dabei zu. Langsam nervt mich das so, dass ich die auch noch mit anschimpfe. Die Antwort der Lehrer („Sí, pués…“) „Ja nun…“ macht mich dann immer noch rasender und ich packe wieder meine Predigt über Umweltverschmutzung aus. Aber, um auf den Anfang meines Berichts wieder zurückzukommen, das ist eben auch kein Gebrauch hier: also Müll zu trennen beziehungsweise den Müll in dafür vorgesehene Mülleimer zu schmeißen. Ach und so könnte ich noch ewig weitererzählen. Ich bin gerne in der Direktion und Englisch unterrichten macht auch Spaß (auch wenn ich weiß, dass nicht viel hängenbleiben wird). Jeden Samstag fahre ich mit den Schwestern nach Xela (zweitgrößte Stadt Guatemalas, 45 km von uns entfernt, knappe 2 h Fahrt) um Einkäufe zu machen und irgendwelche organisatorische Sachen zu erledigen. Sonntags ist natürlich immer noch Messe um 7:30 Uhr und wir kommen immer kurz vor knapp in die Kirche geschneit. Die Folge: wir müssen uns meistens in ein Eck drängen oder auf Treppenstufen setzen. Anschließend geht’s auf den Markt, der einen einzigen Hindernislauf für mich darstellt. Das habe ich ja schon mal erklärt: die Stände sind so klein und überall ragen Eisenrohre und Holzstäbe heraus – direkt auf meiner Höhe. Letztens war unser Einkaufskorb so schwer, dass ich dachte: spiel ich mal Indianerin und packe ihn mir auf den Kopf. Natürlich hat das überhaupt nicht funktioniert und sämtliche Mayafrauen lachten mich aus. Keine Ahnung, wie die dabei das Gleichgewicht halten. Muss man anscheinend von klein an lernen. Manchmal fangen wir abends an zu backen– die Schwestern und ich. Und wenn dann mal wieder Stromausfall ist muss ich natürlich das Eiweiß schlagen (von Hand bei Kerzenschein!!!). Ganz ironisch beschwer ich mich dann immer, dass ich die Sch***-Arbeiten machen muss. Man kann sich es wahrscheinlich nicht vorstellen, aber ich habe eine Menge Spaß mit den zwei Schwestern. Jeden Abend schauen wir unsere Lieblings-Telenovela und kreischen in denselben Momenten vor Aufregung los. Am Wochenende kommt immer America’s Next Topmodel – da sind wir natürlich ganz vorne mit dabei und streiten uns jedes Mal, welches Mädchen gehen soll. Ansonsten schauen wir Filme aus den 50ern an. Irgendwelche Klassiker, die mein Spanisch herausfordern, weil die Tonqualität recht schlecht ist. Bei Fußball sind die zwei deutschstämmigen Brasilianerinnen natürlich bestens informiert und witzeln immer rum, dass sie mich dann nächstes Jahr anrufen, wenn Deutschland im Finale gegen Brasilien verlieren wird. 2014 findet ja die WM in Brasilien statt ;-)

Jetzt kommt gerade eine Verwundete: ein kleines Mädchen hat sich in den Finger geschnitten. Valerias Super-Pflaster-aufklebende-Heilkräfte werden gefordert.

Un abrazo fuerte para todos que leyeron este reporte – eine Umarmung für alle, die den Bericht gelesen haben!

PS: Hier auf der Seite wurden irgendwie automatisch Blogeinträge gelöscht - deswegen musste ich einige Beiträge neu hochladen und somit wurden eure lieben Kommentare gelöscht!

Bihihilder

Mittwoch, 30.01.2013

Sonnenuntergang auf Dachterrasse in Flores  an der Tür steht 'Sale Moto'=Motorradausfahrt Flores bei Nacht mein Treffen mit Santa im einzigen Einkaufscenter weit und breit Tikal bei Sonnenaufgang mal schön an nen Tempel gelehnt wundervolle Aussicht auf dem höchsten Tempel... der Urwald scheint unendlich Die Tarantel! Nasenbär  so ein Vogel! das erste Mal in meinem Leben fühlte ich mich klein... sehr klein! das ist aussagekräftig genug.. Río Dulce diese Mädchen verkaufen selbstgemachten Schmuck auf dem Weg zu den Schweizern im Mangrovenwald Casa Perico  Schaut mal was ich gerade gefunden habe bisschen Kulturprogramm am Río Dulce man beachte den blauen Mülleimer. Sowas habe ich hier noch nie gesehen! und das Burgfräulein

 

PS: Wir haben wieder Wasser! Juhu! (fragt sich nur wie lange...)

Tikal –Mayaruinen und vieles mehr

Mittwoch, 30.01.2013

So also erst einmal: Entschuldigung, dass ich mit der Reisedokumentation so rumtrödle! Aber ihr könnt euch nicht vorstellen, wie es hier zurzeit zugeht. Erstens haben wir mal wieder kein Wasser, weil irgendwelche Bauern in den Bergen ihre Maisfelder gerodet und dabei irgendwelche WICHTIGEN Kunststoff-Wassertanks gelöchert haben. Zweitens hat hier am 3. Januar die Schule wieder angefangen: ich darf mich Englisch-Lehrerin von über 200 Schülern nennen und dazu arbeite ich jeden Morgen in der Schulverwaltung, weil Schwester Lília noch keine neue Sekretärin eingestellt hat. Das heißt: ich stehe morgens um 6 Uhr auf und komme abends um 18 Uhr heim. Aber nicht, dass ich mich jetzt beschweren will. Nein, ich bin total glücklich, dass ich so beschäftigt bin bzw. gefordert und gebraucht werde! Ich habe eben nur abends nach Essen und Telenovela-mit-den-Schwestern-schauen einfach keine Lust, mein Gehirn noch für einen Bericht der Spitzenklasse zu verbrauchen. Es ist jedenfalls echt witzig, alleine in der Schuldirektion zu sein. Lauter kleine Indianermamas haben zehntausend verschiedene Fragen und sprechen dazu noch ein Spanisch, bei dem man 10 Mal nachfragen muss. Sie schauen mich immer ganz kritisch an nach dem Motto „Ähm, DU – die Ausländerin – sollst dich meinen Problemen annehmen? Wo zum Teufel ist die Schwester? Ich will richtig angehört werden!“ Aber ich weiß über das meiste Bescheid und lächle immer nett und selbstbewusst und siehe da – die Ausländerin kann auch Probleme lösen. Manchmal muss ich auch einfach nur zuhören. Na ja und manchmal weiß ich auch einfach nicht, was ich sagen soll oder wie ich helfen kann. Hier gibt es nämlich echte Probleme und nicht Luxusprobleme, wie wir sie in Deutschland haben. Aber jetzt geht’s doch tatsächlich weiter. Von Semuc Champey nach Flores. Viel Spaß! Nach einer weiteren ewigen Busfahrt kamen wir spät abends in „Flores“ an. Die Stadt liegt ganz im abgeschiedenen Norden Guatemalas auf einer kleinen Insel im sogenannten Itzá-See. Wunderschöne Sonnenuntergänge sind garantiert. Die Insel misst nur wenige hundert Meter im Durchmesser, also kann man sie gut und schnell erkunden. Trotz der anstrengenden Busfahrt, warfen wir uns am nächsten Morgen schon um halb 5 aus dem Bett, um nach Tikal zu fahren. DAS Erlebnis der Sonderklasse bezüglich Mayakultur: hoch aufragende Tempel, gewaltige Paläste und unzählige kleinere Gebäude liegen in dichtem Regenwald versteckt – dem Reich des Jaguars, der Heimat der Brüllaffen und Tukanen. Eine echt einmalige Kombination aus (noch) intakter Flora und Fauna sowie teilweise restaurierten Bauwerken. Ein absolut magischer Ort, wenn man ein bisschen über die Geschichte der Maya informiert ist. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei von mir geschätzten 100 % und wenn man früh morgens (also um 6 Uhr!) den riesigen Park beginnt zu erkunden, kann man sich der dortigen Tierwelt richtig nahe fühlen. Aber erst mal verliefen wir uns: es gibt nämlich viele Wege und wir entschieden uns gleich mal für einen abenteuerlichen Schleichweg, der von riesigen Spinnenweben geschmückt wurde und uns an einen See (wieder zurück am Parkeingang) führte. Alarmierend waren die Schilder „Achtung Krokodile. Bitte nicht füttern“ – vor allem, weil man ja aus Deutschland mit diesen Schildern Zäune und Sicherheitsmaßnahmen verbindet. Aber nein, wir hätten ruhig in dem See baden gehen können. Keine Aufsicht, dafür konnten wir doch tatsächlich Krokodile ein paar Meter von uns entfernt sehen können. Obwohl sie laut einem Mitarbeiter, dem wir ganz zufällig begegneten, „keinen Hunger hatten“, hatte ich kein gutes Gefühl. Tja, ich bin einfach Deutschland-geschädigt: alles ist geregelt, im Falle eines Notfalls muss man sich eigentlich keine Sorgen machen und sowieso kommt es erst gar nicht dazu, weil meterhohe Zäune und sonstige Hindernisse einen davor schützen, sich der Natur zu nähern. Irgendwie fanden wir dann doch den richtigen Weg und machten uns auf zu der Gran Plaza – dem Hauptplatz des früheren Mayavolkes. Auf dem Weg hängelten sich über uns Affen von Baum zu Baum, Nasenbären kreuzten unsere Wege und weil wir so früh dran waren, waren wir fast allein. Wirklich einmalig. Man hüpft mitten im dichten Regenwald auf riesigen Mayatempeln rum, sehr stark schwitzend versteht sich (wegen der Luftfeuchtigkeit) und kann gar nicht glauben, dass dieser Ort für viele Jahre eine Großmacht darstellte und die Mayakultur dominierte. Auf einen der Tempel setzten wir uns hin, packten unser mitgebrachtes Frühstück aus, genossen die Geräuschkulisse und den Sonnenaufgang. Jedenfalls gibt es ganz viele Tempel, die versteckt im Dschungel liegen und einer davon ist sehr hoch. Ewig viele Treppenstufen quält man sich hoch und dann – auf einmal – steht man hoch oben, über (!) den ganzen riesigen Urbäumen und hat eine endlose Aussicht – unbeschreiblich. Was ich sehr schön fand, war, dass es im ganzen Park keine nervigen Läden und nichts dergleichen gibt. Da man so früh morgens meistens alleine auf den Wegen unterwegs ist, fühlt man sich wie kleine Erforscher, als ob man der Erste hier wäre, der dieses ganze Wunder bestaunen würde. Nach vielen Stunden machten wir uns auf zum Parkausgang, um mit dem Bus zurück nach Flores zu fahren. Ein Arbeiter machte gerade irgendwas am Wegesrand und spontan wie ich bin, sprach ich ihn einfach mal an. Da kam der Satz „Hey, mein Freund da drüben hat eine Tarantel. Soll ich sie euch zeigen?“ Ich konnte es nicht fassen, er ließ seine Arbeit liegen und nahm uns mit zur Riesenspinne. So freundlich einfach, das ist Guatemala eben auch. Wir also, näherten uns ganz langsam dem unbekannten Tier und hielten immer schön Sicherheitsabstand, wie wir es so bewunderten. Die zwei Arbeiter machten sich schon fast über uns lustig, da kam einer und ließ die Tarantel von dem Baumstamm auf seinen Arm krabbeln und meinte „Man darf sie schon anfassen. Die macht nix.“ (den Satz hatte ich leider schon in viel zu vielen und viel zu gefährlichen Situationen gehört, sodass ich erst mal abwinkte. Mitten im Urwald würde ich doch keine hochgefährliche Spinne – eine SPINNE – über meine Hand laufen lassen. Da könnte ich auch gleich bei den Krokodilen schwimmen gehen. Doch irgendwie – trotz meiner absoluten Spinnenphobie – faszinierte mich die Art, wie die Tarantel sich bewegte.) Also folgt meine spontane Aktion Nr. 2, nämlich „darf ich meine Hand hinhalten?“ – „Ja natürlich“ und zack lief die Tarantel ganz elegant über meine Hand. Es fühlte sich sehr … schön an. Mein Freund starrte mich mit einem Blick an, der sagen sollte „bist du auf Drogen oder was?“. Doch ich forderte ihn auf, zwang ihn schon fast dazu, die Tarantel auch über seine Hand laufen zu lassen. Hallo, da bot sich doch eine einmalige Situation. Mitten im Urwald, an einem so historischen Ort von einer Spinne womöglich gleich noch vergiftet zu werden. Na das kann nicht jeder von sich erzählen! Er hielt brav seine Hand hin, doch ihm wurde gleich ganz anders. Ich dagegen, die bei jedem Weberknecht austickt und aus mehreren Metern Entfernung erfolglos Schuhe wirft, ja ich war ganz ruhig. Seit dem Höhlenabenteuer fühlte ich mich wie Siegfried aus der Nibelungensage – unbesiegbar. Jedenfalls verbrachten wir noch ein paar schöne Tage in Flores, eine unheimlich schöne Inselstadt mit ein bisschen südeuropäischem Dorfcharakter. An einem Tag reiste ich mehr oder weniger legal nach Belize aus und wieder in Guatemala ein, um mein Touristenvisum zu verlängern. Immer schön nach dem Motto „Nett lächeln und mit den Dollarscheinen winken“. Ja und dann ging es auch schon wieder weiter zum Río Dulce. Einem wunderschönen Fluss, der in die Karibik mündet. Dieses Mal reisten wir ganz nobel in einem Reisebus, wie ich ihn noch nie gesehen hatte. Keine Scheibe war mehr ganz, überall Rost und irgendeine eklige Schmiere an den Fenstern, die Sitze moderten so vor sich hin und der Typ vor mir musste seinen Sitz gleich mal ganz nach hinten stellen. Ha, aber nicht mit mir. Ich drückte ihm die nächsten Stunden schön meine Knie in den Rücken. Da kenn ich nichts. Mit der Zeit ging er immer weiter vor mit seinem Sitz und ich hoffte, dass er kein Hohlkreuz bekommen würde. Da ich während der Fahrt kaum schlafen konnte, weil ja alle meine Kräfte wegen dem Typ vor mir gefordert waren, kam ich etwas sehr fertig dann in Fronteras an. Der Hauptstadt direkt am Río Dulce. Doch niemand nennt die Stadt „Fronteras“, sondern einfach „Río Dulce“. Also wann immer ich auch im Bus fragte, ob das schon „Fronteras“ wäre, schauten mich alle nur blöd an und so stiegen wir sehr verwirrt und total verunsichert einfach mal in „Río Dulce“ aus, da wollten wir ja eh hin. Dort holten uns drei Schweizer mit ihrem Boot ab und fuhren uns zu ihrem Hotel an einem Nebenarm des Flusses. Die Natur war so beeindruckend, doch das Hotel befand sich abgelegen in einem Sumpfgebiet, warum wir erst einmal etwas skeptisch waren. Doch die Schweizer waren einfach der Brüller: es gab Wiener Schnitzel, Büffet vom feinsten und sie hatten einen Honeybear. Eine Mischung aus Katze und Klammeräffchen, das total zutraulich ist und ich holte es mir gleich mal auf den Arm. Es krallte sich fest und ich hatte wahre Schwierigkeiten, den kleinen Kerl wieder loszubekommen. Wirklich zuckersüß! Da wir etwas abgeschieden waren, befanden wir uns quasi mitten in der Natur und konnten eine weitere einmalige Tierwelt beobachten. Ich habe jetzt jedenfalls ein ganz anderes Bild von Schweizern :-) Wir fühlten uns superwohl im „Casa Perico“ und immer herzlich willkommen. Es gab sogar eine warme Dusche - mitten im Nirgendwo - also na bitte! Anschließend ging es weiter Richtung guatemaltekische „Karibik“ – wo wir jedoch schon bald wieder abreisen würden.

Bilder zu Semuc Champey

Mittwoch, 02.01.2013

mitten in der Dschungelpampa liegt das Naturwunder unser schönerer (!!!) Bungalow in Semuc Kakaobaum jaja, so groß sind die Früchte auf dem Weg zu den Höhlen entlang des Río Cahabón die Kalksteinbrücken/terrassen ich brauche eine bessere Kamera! die kleinen Wasserfälle rutscht man runter und nachher wieder hoch in den Pools kann man baden  Einstieg auf höchster Terrassehier mündet der Fluss in ein großes, tödliches Loch so endet die Kalksteinbrücke, mit einem schönen Wasserfall

Wenn meine Mama mich gerade sehen würde...

Mittwoch, 02.01.2013

Weiter geht’s!

Vom Atitlán-See fuhren durchkreuzten wir das halbe Land nach Semuc Champey, einem der größten Naturwunder Guatemalas: mal wieder recht schwer zu beschreiben. Der Name kommt aus der Mayasprache und bedeutet „der Ort, wo sich die Wasser verstecken“. Hierzu später mehr.

Jedenfalls standen wir sehr früh auf, denn wir wussten, dass uns eine lange Busfahrt bevorstehen würde: in einem 12-Sitzer mit 15 Touristen (alle Notsitze werden genutzt!), Gepäck auf dem Dach und sehr vielen Schmerzen (schlimme Straßen + keine Federung = gar nix gut). Ganze SIEBZEHN Stunden später kamen wir doch tatsächlich mitten in der Nacht in unserem „Schlafgemach“ an.  Die letzte Stunde Fahrt war einfach nur noch grausam gewesen, das war keine Straße mehr sondern nur riesige Steinbrocken, die man selbst im 1. Gang nicht schmerzlos befahren konnte. Also steigen wir total fertig mitten im Gebüsch mit unseren Rucksäcken aus und stehen vor einem halbnackten, dickeren, kleinen Mayamann und seiner Familie. Wie immer dachten auch diese Leute, dass ich kein Spanisch verstehen würde und überlegten erst einmal, in welchen Bungalow sie uns stecken sollten, doch irgendwann hatten sie es dann raus und uns stand die Nacht im schlimmsten Zimmer der ganzen Reise bevor. Ich war so am Ende mit den Nerven, dass ich erst einmal einen Lachanfall bekam: ich wollte gar nicht wissen, was alles in diesem löchrigen Stück Holzhäuschen krabbelte und mir womöglich bei Nacht über das Gesicht latschen würde. Dazu ein WC ohne Klobrille bzw. Klopapier, ein Waschbecken auf dünnen Holzstecken, die allein beim Ansehen abzubrechen schienen, aber wenigstens war alles nett mit Spinnenweben dekoriert (was tut man nicht alles, um an irgendein Naturwunder zu gelangen). Die Nacht ging dank Schlafmangel schnell vorbei und beim Frühstück lernten wir den einzigen anderen Gast kennen: eine Schweizerin. Mit dieser brachen wir zu dem 2-km-entfernten Abenteuer-Höhlensystem auf. Eigentlich wollten wir dieses gar nicht besichtigen, weil wir sehr viel Schlimmes im Internet darüber gelesen hatten (gebrochene Beine, Platzangst, Schnittwunden etc.). Doch als die äußerst antikompetenten „Hotelbesitzer“ uns nur ein Paket mit Naturwunder UND Höhlenwanderung anboten und diese +50-jährige Schweizerin auch in die unterirdische Höhlen steigen wollte, stimmten wir doch zu. Hätten mir ein paar Touristen vorher erzählt, was mir bevorstehen würde, bei Gott wäre ich niemals in die Nähe dieser Höhlen gegangen – besser so, dass wir kaum Infos hatten, sonst hätte ich dieses Abenteuer nie erlebt.

Das Höhlensystem ist unterirdisch und teilweise mit Wasser gefüllt und die tiefen Becken werden mit Badesachen und Kerze in der rechten Hand, einhändig durchschwommen (kein Helm, keine Badeschuhe zum Leihen, nur ein Führer, der ab und zu einfach abhaut und dich in der stockdunklen Höhle UNTER DER ERDE zurücklässt). Einige Male muss man Wasserfälle hoch- bzw. entlangklettern, sich durch ganz enge Stellen hindurchquetschen, immer mal wieder irgendwelche glitschigen, spitzen Steine hoch- bzw. runterklettern und in der Mitte der „Führung“ hat man die Wahl: man kann einen spitzigen, rutschigen, 2-m-hohen Stein hochklettern und in ein hoffentlich ausreichend tiefes Becken springen. Da gerade vor uns eine Gruppe Amerikaner da waren und die natürlich blind mitmachten, gab ich mir komischerweise einen Ruck und stimmte zu (das Daueradrenalin muss mich getrieben haben).  Mein Freund sprang vor mit und meinte, dass er den Boden spüren hatte können. Also war ich dran. Der Guide zeigte mir, wie ich auf den Stein klettern sollte, wo es „Halt“ gab und leuchtete mit seiner Lampe auf eine Stelle im Wasser, wo ich reinspringen sollte – wo es also tief genug sein sollte. Ein bisschen zu weit rechts oder links könnte schon Pech bedeuten , aber natürlich ist hier noch niiiie jemand etwas zugestoßen – haha. Ich überlebte den Sprung tatsächlich, hatte mich aber wohl so sehr verkrampft (ich kann mich gleich nicht mehr halten vor Lachen), dass ich für den Rest der „Führung“ unglaubliche Bauchschmerzen hatte. Diese gemischt mit dem ganzen Adrenalin in meinem Körper kam ich mir vor wie auf Drogen und so holte ich mir beim Durchschwimmen von einem dieser Becken noch eine schöne Schnittwunde: beim Durchschwimmen muss man nämlich sehr vorsichtig schwimmen, weil ganz arg fiese spitze Steine unter Wasser auf deine gepflegte weiche Menschenhaut warten. Tja, leider ist das schwierig, wenn man nur einen Arm zum Schwimmen hat, mit der Kerze in der anderen Hand versucht, irgendwie auch nur etwas in der Dunkelheit zu erkennen und dann noch vorsichtige Beinbewegungen machen soll.  Naja am Ende jedenfalls kam dann nochmal was Verrücktes: Man musste in einer Schlange warten, weil jeder durch einen kleinen Schlitz-Wasserfall durchgeschoben wurde – von den Guides. Man sah also die Leute dort immer sitzen während die Guides irgendwas erklärten und irgendwann war die Person nicht mehr da. Die Guides drückten einen quasi blitzschnell durch riesen Wassermassen in einem kleinen Loch nach unten hindurch. Es war der einzige Weg nach draußen. Es gibt wirklich Momente im Leben, in denen man sich für komplett verrückt hält – das war so einer. Mein Fazit: Jetzt kann ich mich jedenfalls eine echte Abenteuerin nennen. Es war eine unglaubliche Erfahrung, auch um sich selbst besser kennenzulernen. Danach ist man unglaublich stolz auf sich und ganz ehrlich: ich würde nicht auf diese Erfahrung verzichten wollen, sie bleibt einzigartig und jetzt kann ich wirklich darüber lachen J

Naja nach diesem Abenteuer am frühen Morgen, ließen wir uns auf Reifen auf einem Fluss durch die Natur treiben. Anschließend kam der nächste Guide, Jorge, der uns endlich zu dem Naturwunder brachte: eine natürliche Kalksteinbrücke, unter der ein Fluss auf einer Länge von rund 200 m hindurchfließt. Ein kleiner Nebenfluss überspült die Sinterterrassen der Kalksteinbrücke mit glasklarem Wasser. Das Wasser hat eine türkis-grünliche Farbe, was es durch das Kalziumkarbonat erhält, das aus dem Kalk gewaschen wird. Die Kalksteinbrücke hat also Terrassen, die wie kleine Pools sind und von mit dichtem Grün bewachsenen Steilwänden umgeben sind. Auf den Terrassen kann man sich an vielen scharfen Ecken und Kanten leicht verletzen, und wer – wie bereits einigen Touristen passiert – in das große Loch fällt, in dem der Fluss unter der Brücke verschwindet, braucht sich um seine Rente keine Sorgen mehr zu machen.

Wir sind also auf den Wasserfällen von einer Terrasse zur nächsten gerutscht, in Hohlräume unter den Terrassen getaucht und anschließend alles auf den glitschigen Steinen wieder hochgekrabbelt. Das Wasser ist angenehm, die Natur wunderschön und man hat das Gefühl, im Paradies gelandet zu sein. Wir konnten leider nicht viele Fotos machen und wenn, dann diese Schönheit auch nicht sehr gut einfangen, aber dieser Ausflug war mehr als lohnenswert! Eigentlich ist es ja ein sehr touristischer Ort, doch da der Tourismus in Guatemala noch in den Kinderschuhen steckt, ist selbst an touristischen Orten für europäische Verhältnisse sehr wenig los.

Auf jeden Fall wechselten wir am selben Tag noch das Hotel, es gab nämlich eines direkt in Semuc Champey. Mit zwar nur 4 Stunden Strom am Tag, dafür um einiges gemütlicher und vor allem: wir waren nicht die einzigen Gäste! Da fühlt man sich gleich viel wohler (wäre da nicht eine blöde Springspinne gewesen, die am 2. Tag direkt auf mich zuhüpfte und mich verrückt machte)! Wir entschieden, in diesem Hotel jetzt nochmal 2 Nächte zu bleiben, um nach all diesen Erlebnissen einen Tag inmitten dieser prächtigen Natur auszuruhen.

Dann ging es nämlich weiter zu den größten Mayaruinen ganz Guatemalas und vielleicht auch auf der ganzen Welt.

Antigua und Atitlán-See

Samstag, 29.12.2012

Bilder zu Antigua:

ehemaliges Kloster Prozession durch Antigua Kathedrale von Antigua Bogen mit Vulkan Agua im Hintergrund Park mit Indianerfrauen im Vordergrund Vulkan Fuego und Acatenango Innenhof von McDonald in Antigua mit Vulkan im Hintergrund

Ausflug zum Indianermarkt:

Schuhmacher Chickenbus in voller Fahrt Friedhof von Chichicastenango Klasse Auto!

 

Bilder zum Atitlánsee:

Sonnenaufgang eine der vielen Bootsfahrten auf dem See Kinder bei der Landarbeit über 7 Brücken musst du gehn... Kaffee (reif!) 

Stadtrundreise in Santiago de Atitlán:

Santiago de Atitlán, 65 000 Einwohnerälteste Kirche Zentralamerikas mit dunkler Jesusfigur  Frauen beim Wäsche waschen durch die Slums zum Pappmaché-Mayagott darf ich vorstellen? In der Mitte Maximón, ein Mayagott im gleichen Raum: seine Freunde und sein bester Freund (keine Ahnung warum im Sarg)

 

Auf der Weiterfahrt zum nächsten Reiseziel mussten wir eine Stunde wegen Bauarbeiten mitten in der Pampa warten. Trotzdem machten wir eine schöne Erfahrung: wir tranken den besten Orangensaft unseres Lebens!

die ganze Family musste helfen! wer noch nie ein TucTuc gesehen hat: das rote Autole ist eines!

 

Meine große Guatemalareise

Samstag, 29.12.2012

Hallo meine Lieben,

lang lang ists her, dass ich etwas berichtet habe und bevor dieses Blog für ausgestorben erklärt wird, liefere ich euch ein paar Seiten Unterhaltung. Die letzten Wochen war ich nämlich auf Backpackingtour durch ganz Guatemala, habe unglaublich viel erlebt, gesehen und kennengelernt. Ohje, wo soll ich denn jetzt anfangen?

Ende November machte ich mich auf in die Hauptstadt, um meinen ersten und letzten Besuch aus Deutschland am Flughafen abzuholen: meinen Freund! („Gefühlsexplosionen“ wäre noch ein schwacher Ausdruck für ein Wiedersehen nach 2einhalb Monaten) Nun hatten wir bis Heilig Abend Zeit, durchs Land zu tuckern und fingen auch gleich damit an. In der Hauptstadt blieben wir nur eine Nacht, die ist nämlich hässlich, gefährlich und NICHT sehenswert. Und trotzdem lernten wir beim Frühstück gleich mal eine Reutlingerin kennen – diese sollte aber nur eine von vielen Deutschen sein, die wir noch kennenlernen würden. Die ehemalige Hauptstadt „Antigua Guatemala“ ist dagegen richtig touristisch und ein super Einstieg, um meinem Liebling nicht gleich die volle Ladung Kulturschock abzugeben. Antigua hat prächtige Kolonialgebäude, gewaltige Klosterruinen und imposante Kirchenfassaden. Diese Stadt ist die Vorzeige-Kolonialstadt des Landes, man hat das Gefühl, dass sich das Rad der Geschichte um mehr als zweihundert Jahre zurückdreht. Drei Vulkane umrahmen die Stadt: Agua, Fuego und Acatenango. Diese Stadt wurde von den Spaniern im 16. Jhd. gegründet und immer wieder von Erdbeben und Vulkanausbrüchen überrascht. Deswegen war sie bald menschenverlassen und die alten, herrschaftlichen Gebäude wurden nicht abgerissen, weshalb sie heute noch den Charme hat wie damals. Hier kann man es sich richtig gut gehen lassen, es gibt viele Cafés, super Restaurants und den schönsten MC Donalds den ich jemals gesehen habe. Für mich war jedenfalls alles schon Normalität: die zugemüllten Straßen, die bettelnden Kinder, die Schrottautos und das Frühstück mit Bohnen, Maisfladen und Eiern. Deshalb war es ganz interessant mitanzusehen, wie mein Freund mit all dem erst einmal zu kämpfen hatte. Irgendwie war ich ganz schön stolz auf mich, wie ich quasi als unser Tourguide über das meiste schon ziemlich gut Bescheid wusste und bei Fragen problemlos auf fremde Leute zugehen konnte. Wir machten gleich mal einen Ausflug zum größten indianischen Markt Guatemalas in Chichicastenango, was ganz schön anstrengend sein kann. Die Verkäufer ziehen dich am Arm, drücken dir ihre Sachen in die Hand und schauen dich böse an, wenn du „no gracias“ sagst. Ein paar Mal blieb ich verwundert stehen und fragte, was ich denn mit einer Machete tun sollte bzw. wie ich die denn bitte durch die Flughafenkontrolle bringen sollte. Doch der Verkäufer hatte gleich eine Idee und zog eine Mini-Machete hervor. Ein anderer wollte uns Touris doch tatsächlich Gewichte verkaufen (da krieg ich jetzt noch einen Lachanfall). Ich lachte ihn fast schon aus und fragte, was mir das denn bringen sollte? Dass ich doch nur eine begrenzte Kiloanzahl an Gepäck mit nach Hause führen dürfte, da meinte er nur, dass die Gewichte doch klein genug seien. Tja, sie wogen trotz alledem ein halbes Kilo, weshalb ich mich mit tränenden Augen dagegen entscheiden musste. Es gab aber sehr viele schöne Verkaufsstände. Die indianische Kultur zeichnet sich vor allem durch kunterbunte Stoffe aus: es fiel mir sehr schwer, bei dieser ganzen Farbenpracht einen Geldbeutel auszusuchen. Das Handeln hingegen fiel mir gar nicht schwer. Wenn man gute Sprachkenntnisse hat, kann man sogar schöne Verkaufsgespräche führen und somit kommt man auch sehr viel leichter an sein Ziel.

Nach Antigua kehrten wir auf unserer Reise noch 2 Mal zurück, weil die meisten Touristenshuttles über diese Stadt fahren und erst am nächsten Tag weiterfahren. Für uns war es trotz des Mehrzeitaufwands immer eine Freude und so probierten wir beim letzten Besuch den „Jardín Bavaria“ aus – den Bayerischen Garten. Hier kam dann nach fast 3 Monaten Guatemala doch tatsächlich ein kleines Heimwehgefühl auf: Weißwürste, Nürnberger, Rote,  Sauerkraut, Brezeln, Bratkartoffeln, Apfelschorle, deutsches Bier, … ich mag das Essen hier wirklich, aber mein geliebtes deutsches Essen wird wahrscheinlich nie ersetzt werden können.

Als nächstes brachen wir zum Atitlán-See auf: ein azurblau schimmernder See umrahmt von drei majestätischen Vulkanen. Laut Alexander von Humboldt oder Aldous Huxpley ist es „der schönste See der Welt“. Tatsächlich ist es ein wunderschöner See, vor allem wenn die Wolken sich verziehen. Dann hat man vor allem bei Sonnenaufgang eine atemberaubende Sicht auf die Vulkane und den See, die sich kaum mit der Kamera einfangen lässt. Zudem strahlt der See eine solche Ruhe und Kraft aus. All das hört sich traumhaft an, wenn nicht die ganzen Umweltprobleme wären. Z. B. dass alle Abwasser ungeklärt in den See fließen und somit nicht darin geschwommen werden sollte (unser Hotel hatte jedoch eine Dachterrasse mit beheiztem Jacuzzi, das war also kein Problem). Zudem steigt der Wasserpegel immer weiter an, weil der See keinen Abfluss besitzt. Die kleinen Indianerdörfer, die um den See herum liegen, leben von dem Tourismus, der zwar die Wirtschaft blühen lässt, die Umwelt jedoch sehr beeinträchtigt. Trotzdem nahm uns der See bei Sonnenauf bzw. -untergang immer wieder durch seine Schönheit vollends ein und wir freuten uns, dass wir ihn noch so atemberaubend schön in Erinnerung behalten durften. An einem Tag erkundeten wir die größte Stadt am See: Santiago de Atitlán. Eigentlich wollten wir das alleine tun, aber irgendwie verkaufte uns ein charmanter TucTuc-Fahrer eine Tour: die beste Entscheidung unseres Lebens. Es war ein Einheimischer, der unglaublich interessantes erzählen konnte und immer schön wartete, wenn ich meinem Freund alles übersetzte. Er zeigte uns die traditionelle Waschstelle am See, wo alle Frauen der 65 000–Einwohner-Stadt ihre Wäsche waschen. Danach sahen wir die älteste Kirche Zentralamerikas, natürlich von den Spaniern gebaut und die bisher jedem Erdbeben problemlos standhält. Und dann erzählte er immer von einem Maximón (ausgspr: Maschimón), irgendeinem Mayagott, den alle Touristen in dieser Stadt angeblich sehen wollen. Irgendwie ließen wir uns überreden, obwohl wir keine Ahnung hatten, von was er da genau redete: nun kam unsere erste sehr komische Begegnung in diesem Land! Das TucTuc raste durch die engsten Gassen und dann mussten wir ein paar Meter durch Slums laufen. Auf einmal standen wir vor einer 1-Meter-hohen Pappmaché-Puppe, die einen rauchenden und saufenden Mayagott (-> Maximón) darstellen sollte. Alles in dem Raum blinkte in tausend Farben und total kitschige Deko hing von der Decke. Die Geschichte dazu finde ich so komisch und auch wieder so passend zur Mayakultur, dass ich sie erzählen will: Diese Puppe wandert von Familie zu Familie und bleibt jeweils ein Jahr in einer Familie. Das ist dann eine Riesenehre für diese Familie und sie muss sich gut um diese Puppe – oder eben um diesen Mayagott – kümmern. 24 h, jeden Tag des Jahres müssen die zwei Familienoberhaupte (Vater und erstgeborener Sohn) neben der Puppe sitzen, ihr immer wieder einen neuen Zigarillo in den Mund stecken und anzünden und im Namen der Puppe den ganzen Tag Billigschnaps trinken. Dementsprechend wurden wir dann auch begrüßt. Als Tourist muss man 20 Ct bezahlen, um diese besoffenen Heiligkeiten sehen zu dürfen und 1 Euro wenn man ein Bild machen will. Maximón hat natürlich auch ein eigenes Bett, wo die Puppe nachts reingelegt wird und an Ostern wird es dann richtig kompliziert:  Dann kommt nämlich dieser merkwürdige Heilige Maximón in eine neue Familie. Am Montag der Osterwoche wird seine Kleidung nachts von Frauen an einem geheimen Ort am See gewaschen. Am Dienstag wird er neu eingekleidet und am Mittwoch auf den Schultern seines derzeitigen Aufpassers durch die Straßen getragen. Danach bleibt er für zwei Tage in einer kleinen Kapelle (was macht ein Mayagott in einer katholischer Kapelle?!), während am Donnerstag und Karfreitag Figuren von Jesus im Mittelpunkt stehen. Erst am Nachmittag des Karfreitags kreuzt Maximón in einer Prozession den Weg des Trauerzugs mit der Jesusfigur und wird danach zu dem Haus gebracht, in dem er das nächste Jahr wohnen wird. Das muss aber alles ziemlich schnell gehen, da Maximón von Jesus ja eigentlich nix wissen will und sonst wütend wird, wenn er ihn sieht.

Ich hoffe, dass diese Geschichte ein wenig mehr veranschaulicht, wie gläubig die indianische Kultur ist und wie skurril und irgendwie auch schön sich die Mayakultur mit der katholischen Kirche vermischt hat.

Das reicht jetzt aber fürs erste, weiter mit dem Reisebericht geht’s in den nächsten Tagen und Fotos folgen natürlich wie immer sehr bald.

Ganz liebe und verspätete Weihnachtsgrüße an euch alle,

eure Valerie

Bilder Finca Amapa + Monterrico

Montag, 26.11.2012

Zuhause der Jungs mitten im Nichts Ausblick von der Finca ebenfalls auf der Finca auf dem Weg nach Monterrico im Bus Bootsfahrt nach Monterrico Auto-/LKWFähre auf dem Kanal wie immer Vulkane im Hintergrund unser Ferienbungalow mit Pool unter Palmen schlafen :) Blick vom Bungalow aus unser Hotel wunderschöne Sonnenuntergänge mit den Wellen reiten... Ausblick beim Essen

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